Komfortzone – erweitern oder sprengen?

Komfortzone

 

In letzter Zeit beschäftige ich mich regelmäßig mit dem Höhlengleichnis von Platon. Ehe du jetzt gleich wieder wegklickst, weil du in der Schule schon gegähnt hast, gib dem Ganzen heute eine Chance.

Erweitere gleich jetzt deine Grenzen und lies, wie ich Platon interpretiere… ,-).

 

Dieser Artikel ist mein Beitrag zur Blogparade „Komfortzone verlassen? Oder lieber doch nicht?!“ von Christine Winter auf Stille-Stärken.de

 

Was für ein Typ in Bezug auf die Komfortzone bist du?

  • Erweiterst du deine Komfortzone regelmäßig?
  • Sprengst du gar ihre Begrenzungen?
  • Oder bleibst du lieber innerhalb deiner Grenzen?

 

Unsere Grenzen

Wenn wir auf die Welt kommen, dann geben uns unsere Eltern, später dann unsere Umgebung, unsere Kultur, Religion usw. Grenzen vor. Wir erlernen diese Do’s und Dont’s sozusagen mit der Muttermilch.

 

Doch eines Tages kommt vielleicht der Zeitpunkt, wo es so nicht mehr passt. Wo uns diese Grenzen einengen. Denn wir sind erwachsen geworden.

 

Jetzt gibt es die Möglichkeit, diese Grenzen zu erweitern oder sie gleich mit einem Schwupps zu durchbrechen.

 

Erweitern geht langsam und stetig, durchbrechen tut vielleicht etwas weh. Ich kenne beide Varianten von mir selber. Manchmal muss man sie aufbrechen, weil sie schon erstarrt sind. ,-)

 

Grenzen sind unsere Komfortzone

Wie ich in meinem Buch „7 magische Geheimnisse für dein außergewöhnliches Leben“ geschrieben habe:

 

„Die Komfortzone ist das, was ich gewöhnlich mache:

  • Gewöhnlich schneit es im Winter.
  • Gewöhnlich gehe ich in der Früh in die Arbeit.
  • Gewöhnlich esse ich Haferbrei in der Früh.

 

Gewöhnlich ist also etwas, das ich Tag für Tag mache und daher gewöhnt bin.

Ich mache es, ohne daran denken zu müssen. Automatisch vielleicht schon.

Hier nähern wir uns schon dem Kern der Sache.

Alles, was ich gewöhnt bin, kenne ich.

 

Ich kann es abschätzen, einschätzen und fühle mich sicher dabei.

 

Ja, ich muss nicht einmal mehr daran denken.

Meist kommt nichts Unvorhergesehenes auf mich zu, mein innerer Leibwächter (oder auch Schweinehund genannt), kann weiterschlafen.

Wenn ich die Schlüssel nehme, um in die Arbeit zu gehen, dann zuckt er nicht einmal mehr mit den Ohren.

 

Gewöhnlich bedeutet, dass ich es gewöhnt bin und in meiner Komfortzone verweile.

 

Gewöhnlich esse ich Suppe – die kann ich zwar nicht mehr ausstehen und schmecke kaum noch, wie sie eigentlich schmeckt. Wenn mich jemand fragt, kann ich auch nicht sagen, ob sie aus Brokkoli oder Karfiol besteht. Aber weil ich es gewöhnt bin, esse ich sie weiter und weiter…

 

Was kann ich in meiner Komfortzone erleben?

Ich erlebe Monotonie. Ich erlebe immer das Gleiche. Habe ich Langeweile, dauert diese Weile lange. Tut mir etwas weh, dann tut es weh. Wenn ich meine Komfortzone nicht erweitere, dann ändert sich nichts in meinem Leben und ich schlafe ein.

 

Aber: Ich erlebe Sicherheit.

 

Das ist der Dornröschenschlaf.

 

Diese Komfortzone stammt noch aus der Höhlenzeit. Als wir mitten in der Nahrungsmittelkette standen und nicht am Rande… Damals war es tatsächlich lebensgefährlich, sich aus der Höhle zu bewegen. Außerhalb des Gewöhnlichen zu sein.

 

Höhlengleichnis von Platon

Und hier ist meine Interpretation:

Eigentlich ist es ein Modell für die Wirklichkeit bzw. die unterschiedlichen Wirklichkeiten. Und deine Wirklichkeit wird von deinen Grenzen bestimmt. Ich habe einen tollen Film auf Youtube gefunden, der es sehr ansprechend erklärt: https://www.youtube.com/watch?v=XcfhDs9l6mQ

 

Platon baut eine Kulisse in einer Höhle auf: Zwischen Höhleneingang und der Wand gegenüber dem Eingang führt ein „Weg“, auf dem ziehen Menschen und Tiere vorbei. Zwischen dem Weg und der Höhlenwand sitzen Menschen ein Leben lang mit dem Rücken zum Eingang gefangen. Alles was sie Tag für Tag sehen, sind die Schatten, die die Vorbeiziehenden auf die Höhlenwand werfen.

 

 

Wird nun einer dieser Menschen aus der Höhle gebracht und er gelangt an die Sonne, dann ist er völlig geblendet und sprachlos und muss sich erst an den Zustand gewöhnen. Er ist „erleuchtet“.

 

Platon beschreibt den Zustand des wissenden Menschen, der gerne in dem Zustand des „Wissens“ oder der Erleuchtung bleiben möchte. Ich verstehe „die Sonne“ in dem Gleichnis als den Zustand der „Erleuchtung“.

 

Doch weil jener Erleuchtete gerne den anderen Menschen in der Höhle den Zustand der Erleuchtung nahebringen möchte, kehrt er um und versucht ihnen von der Sonne zu erzählen. Doch sie können ihn nicht erkennen, weil sie ihn nun ebenfalls nur als Schatten wahrnehmen. Sie interessiert das auch nicht wirklich, denn sie möchten viel lieber in ihrer vertrauen Welt bleiben. Da ist es viel sicherer, bekannter und sie fühlen sich geborgen.

(Platon: Politeia – Der Staat)

 

Außerdem interpretiere ich da weiter, dass jeder Einzelne von uns Menschen seine persönliche Höhle hat und damit seine eigene persönliche „Wirklichkeit“. Jeder Mensch lebt in „seiner Welt“ – die Überschneidungen sind wie bei der Blume des Lebens – dort, wo wir uns geeinigt haben, Kraft unserer Einbildung etwas Ähnliches oder Gemeinsames zu erschaffen.

 

Krisen sind meiner Meinung nach Chancen und Anstöße der Seele, uns aus unserer Wirklichkeit hinauszubefördern und die Sonne zu sehen.

Krisen entstehen meiner Meinung nach dann, wenn ich längere Zeit meine Komfortzone nicht verlassen habe, meine Grenzen allzu starr geworden sind.

 

Dann kommt von Außen etwas, das mich wachrüttelt. Also Anstupser, seine Filter (Höhle) zu überdenken und ggf. abzulegen. Das kann freudig sein, oder aber auch weh tun. So wie Krisen eben sind.

 

Aber ich denke, je länger wir uns einer notwendigen Veränderung verweigern, desto schwieriger wird es für uns werden, sie zu vollziehen. Desto schmerzhafter wird es.

 

Übung Komfortzonenerweiterung:

 

Hier nun noch einmal meine Frage:

Eventuell hat sich deine Antwort etwas verschoben?

 

Was für ein Typ bist du?

  • Erweiterst du deine Komfortzone regelmäßig?
  • Sprengst du gar ihre Begrenzungen?
  • Oder bleibst du lieber innerhalb deiner Grenzen?

 

Wenn du mehr in Richtung Komfortzone verlassen arbeiten möchtest, dann empfehle ich dir mein Buch 7 magische Geheimnisse für dein außergewöhnliches Leben“. Anleitung zum Glücklichsein in 80 Übungen.

 

Für ein Leben voller Wunder.

 

Deine

Eva Laspas

6 Comments

  • Cornelia

    Reply Reply 1. Juni 2016

    Hallo Eva

    Spannend was du schreibst, ich beschäftige mich grad mit dem Thema Bore-out und bin daran ein Buch darüber zu schreiben. Da geht es auch darum, die Komfortzone zu verlassen.

    Ich habe meine verlassen, als wir uns entschieden eine Finca in Andalusien zu kaufen. Das war wie nach der Geburt eines Kindes. Schlaflose Nächte, Unvorhergesehenes etc. Diese haben wir gut gemeistert.

    Liebe Grüsse

    Cornelia

    • Eva Laspas

      Reply Reply 2. Juni 2016

      Liebe Cornelia,
      wow, eine Finca in Andalusien, ja das ist tatsächlich eine Sprengung! 😉 Aber auch ein Buch-Projekt erweitert genaz gewsaltig unsere Komfortzonen! 😉
      lg eva

  • Christine Winter

    Reply Reply 14. Juni 2016

    Hallo Eva,

    das Gleichnis ist wirklich spannend im Bezug auf die Komfortzone.
    Ich überlege gerade, wie es wäre, wenn man sich nicht als Gefangener in der Höhle aufhalten würde, sondern sich jederzeit entscheiden kann, einen Ausflug nach draußen zu machen. Oder nur vom Höhleneingang auf die Welt draußen zu schauen. Oder sich in die Höhle ans Feuer zurückzuziehen…

    Danke für deine Teilnahme an meiner Blogparade.

    Liebe Grüße,
    Christine

    • Eva Laspas

      Reply Reply 14. Juni 2016

      Liebe Christine,
      aj das habe ich in meinem Video beantwortet – man kann sich ja auch entscheiden, beim Feuer zu bleiben – also innerhalb seiner Grenzen. Es ist aber dann eine bewusst Entscheidung, ein Willensakt. 😉
      lg eva

  • Christine Radomsky

    Reply Reply 14. Juni 2016

    Du hast ein schönes Gleichnis gefunden, Eva. Das youtube-Video bringt es auf den Punkt.
    „Krisen entstehen meiner Meinung nach dann, wenn ich längere Zeit meine Komfortzone nicht verlassen habe“, schreibst du. Ja – das sehe ich ganz genauso.
    Gleichzeitig ist die Komfortzone („Höhle“) warm und kuschelig und wir brauchen sie für Geborgenheit und Sicherheit. Wir brauchen auch die Lernzone außerhalb der Höhle. Ich genieße inzwischen das Kribbeln im Bauch beim Verlassen der Komfortzone. Dann lerne ich wirklich Neues über mich und andere. Nur in die Panikzone am wilden Abhang – dort wo Tiger und Giftnattern wohnen, gerate ich ungern. Habe gerade auch einen Blogartikel in Christines Blogparade eingestellt. Vielleicht hast du Lust, mal reinzuschauen.
    Viele Grüße
    Christine

    • Eva Laspas

      Reply Reply 15. Juni 2016

      Liebe Christine,
      ja, die Grenzen sind ja nicht geradlinig, sondern geschwungen wie ein Wollfaden, den die Katze quer durchs Zimmer gejaukt hat.. 😉
      lg eva

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